Geld nebenbei verdienen: Was bleibt dir netto?

Fünfhundert Euro nebenbei sind nicht gleich fünfhundert Euro. Je nachdem, ob du sie im Minijob, im Zweitjob oder selbstständig verdienst, bleibt dir fast alles oder nur gut die Hälfte. Der Rechner zeigt es dir für dein Gehalt.

💶 Nebenverdienst-Rechner 2026

Hauptgehalt und Nebenverdienst eingeben, vier Wege vergleichen. Keine Anmeldung, keine Speicherung.

✔ Steuertarif, Beitragssätze und Minijob-Grenze 2026 · Letzte Prüfung: 6. November 2026

Erweiterte Optionen - Kosten und Krankenkasse

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Minijob schlägt fast alles: Bis 603 Euro im Monat bleibt dir der erste Minijob neben dem Hauptjob fast komplett, nur 3,6 Prozent Rentenbeitrag gehen ab.
  • Zweitjob ist teuer: Ein zweiter regulärer Job läuft über Steuerklasse VI und volle Sozialabgaben. Bei mittlerem Gehalt bleibt gut die Hälfte.
  • Selbstständig: Keine zusätzlichen Kassenbeiträge, wenn du im Hauptjob pflichtversichert bist. Steuern zahlst du auf den Gewinn, Kosten senken ihn.
  • Übungsleiter: Bis 3.300 Euro im Jahr steuer- und abgabenfrei, aber nur für gemeinnützige Tätigkeiten.
  • Anmelden: Minijob meldet der Arbeitgeber, ein Gewerbe meldest du selbst an.

Vier Wege, nebenbei Geld zu verdienen

Steuerlich und bei den Sozialabgaben gibt es nur wenige Grundformen, egal ob du kellnerst, Nachhilfe gibst oder Produkte empfiehlst. Die Form entscheidet darüber, wie viel dir bleibt, nicht die Tätigkeit.

FormGrenzeAbzügePasst für
Minijob603 € im Monat3,6 % Rentenbeitrag, abwählbarfeste Stunden bei einem Arbeitgeber
Zweitjob angestelltkeinevolle Sozialabgaben, Steuerklasse VIwer mehr als 603 € fest braucht
Selbstständig, GewerbekeineEinkommensteuer auf den GewinnFreelancing, Verkauf, Direktvertrieb
Übungsleiter, Ehrenamt3.300 € bzw. 960 € im Jahrkeine bis zur GrenzeTrainer, Betreuer im Verein

Beispiel: 500 Euro nebenbei bei 3.500 Euro Gehalt

Steuerklasse I, ein Kind, keine Kirchensteuer. So viel bleibt laut Rechner von 500 Euro im Monat übrig:

WegNetto im MonatAnteil
Minijob482 €96 %
Übungsleiter434 €87 %
Selbstständig (20 % Kosten)280 €56 % (von 400 € Gewinn: 70 %)
Zweitjob angestellt274 €55 %

Der Minijob liegt klar vorn. Er hat aber zwei Haken: Er ist auf 603 Euro gedeckelt, und nur der erste Minijob neben dem Hauptjob bleibt abgabenfrei. Ein zweiter Minijob wird mit dem Hauptjob zusammengerechnet.

Beim selbstständigen Nebenverdienst sind die Kosten schon ausgegeben, etwa für Material, Fahrten oder Software. Der Vorteil: Darüber hinaus gibt es keine Obergrenze, und du baust etwas Eigenes auf.

Wie viel darf man nebenbei steuerfrei verdienen?

Komplett steuerfrei sind 2026 vor allem drei Fälle:

  • Minijob bis 603 Euro: Der Arbeitgeber zahlt pauschal, für dich bleibt der Lohn in der Regel steuerfrei.
  • Selbstständig bis 410 Euro im Jahr: Nebeneinkünfte bis 410 Euro bleiben über den Härteausgleich steuerfrei, bis 820 Euro werden sie ermäßigt besteuert.
  • Übungsleiter und Ehrenamt: 3.300 Euro bzw. 960 Euro im Jahr für Tätigkeiten bei gemeinnützigen Organisationen.

Für Selbstständige gilt zusätzlich die Kleinunternehmerregelung: Bis 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr musst du keine Umsatzsteuer ausweisen. Die Einkommensteuer bleibt davon unberührt.

Geld nebenbei verdienen von zuhause: Ideen

Die meisten Ideen von zuhause laufen als Selbstständigkeit: Texte schreiben, Grafik, Webseiten, Online-Nachhilfe, virtuelle Assistenz, Verkaufen auf Plattformen oder Direktvertrieb. Was jeweils realistisch ist, zeigt der Vergleich der Nebenjobs von zuhause. Wenn du nicht nur nebenbei, sondern langfristig ein zweites Standbein aufbauen willst, hilft dir der Selbstcheck.

Im Direktvertrieb empfiehlst du Produkte und verdienst an tatsächlich verkauften Bestellungen. Die Zeiten sind frei, das Ergebnis aber nicht planbar: Viele Einsteiger verdienen in den ersten Monaten wenig. Für deinen Stundensatz bei selbstständiger Arbeit gibt es den Stundensatz-Rechner.

Nebenbei verdienen mit Direktvertrieb?

Ich arbeite selbst als Vertriebspartner. Im kostenlosen Newsletter zeige ich, wie der Einstieg funktioniert, was es kostet und was realistisch ist. Ohne Kaufpflicht.

Kostenlosen Newsletter ansehen*

Arbeitgeber, Anmeldung und Arbeitszeit

Einen Nebenjob musst du deinem Arbeitgeber nicht genehmigen lassen, viele Verträge verlangen aber eine Anzeige. Verbieten darf er ihn nur bei berechtigten Interessen, etwa bei Konkurrenz. Haupt- und Nebenjob zusammen dürfen höchstens 48 Stunden pro Woche ergeben.

Eine selbstständige Tätigkeit meldest du je nach Art beim Gewerbeamt oder direkt beim Finanzamt an. Wie das genau abläuft, steht im Ratgeber Nebengewerbe anmelden. Beziehst du Arbeitslosengeld, gelten eigene Regeln, die der Arbeitslosengeldrechner mit Nebenverdienst-Rechner zeigt.

Häufige Fragen

Im ersten Minijob neben dem Hauptjob bis 603 Euro im Monat zahlst du in der Regel keine Steuer. Selbstständige Nebeneinkünfte bleiben bis 410 Euro im Jahr steuerfrei, als Übungsleiter im gemeinnützigen Verein bis 3.300 Euro im Jahr.

Weniger als viele denken. Auf den zweiten regulären Job fallen volle Sozialabgaben an, die Lohnsteuer wird in Steuerklasse VI hoch einbehalten. Ein Teil davon kommt mit der Steuererklärung zurück, bei mittlerem Gehalt bleibt am Ende oft nur gut die Hälfte.

Wenn dein Arbeitsvertrag das verlangt, ja. Eine Genehmigung brauchst du in der Regel nicht. Der Arbeitgeber darf den Nebenjob nur verbieten, wenn er seine Interessen beeinträchtigt, etwa durch Konkurrenz oder zu lange Arbeitszeiten.

Nicht zusätzlich, wenn du im Hauptjob pflichtversichert bist und die Selbstständigkeit nebenberuflich bleibt. Das ist in der Regel so, wenn du mehr als 20 Stunden pro Woche angestellt arbeitest und dort mehr verdienst als nebenbei.

Ja. Der erste Minijob neben dem Hauptjob bleibt abgabenfrei, und eine selbstständige Tätigkeit kann zusätzlich laufen. Die Gewinne aus der Selbstständigkeit werden mit dem Hauptgehalt versteuert.

Gängig sind Freelancing, Online-Nachhilfe, virtuelle Assistenz, Verkaufen im Internet und Direktvertrieb. Fast alle laufen als Selbstständigkeit mit Anmeldung. Seriöse Angebote verlangen keine Vorkasse und versprechen keine festen Einkommen.

Quellen

Nebenberuflich starten? Ehrlich erklärt