Überstundenrechner

Lohnt sich die Auszahlung deiner Überstunden, oder ist Freizeit das bessere Geschäft? Der Rechner zeigt dir, was von jeder Überstunde nach Steuern und Sozialabgaben tatsächlich übrig bleibt.

⏱️ Überstundenrechner 2026

Gehalt, Wochenstunden und Überstunden eingeben, rechnen. Keine Anmeldung, keine Speicherung.

✔ Steuertarif und Beitragssätze 2026 · Letzte Prüfung: 6. November 2026

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Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Stundenlohn: Monatsgehalt × 3 ÷ 13 Wochen ÷ Wochenstunden. Bei 3.500 Euro und 40 Stunden sind das 20,19 Euro.
  • Voll abgabenpflichtig: Ausgezahlte Überstunden sind normaler Arbeitslohn. Lohnsteuer und Sozialabgaben fallen in voller Höhe an.
  • Hohe Abzüge: Weil Überstunden oben auf das Gehalt kommen, greift dein Grenzsteuersatz. Bei mittleren Einkommen bleiben oft nur rund 55 Prozent netto.
  • Zuschläge: Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Überstundenzuschlag gibt es nicht. Er muss im Arbeits- oder Tarifvertrag stehen.
  • Steuerfreie Überstundenzuschläge sind politisch geplant, Stand November 2026 aber noch nicht in Kraft.

Wie wird die Auszahlung von Überstunden berechnet?

Zuerst wird dein Stundenlohn ermittelt: Monatsgehalt mal drei, geteilt durch 13 Wochen und durch deine vertraglichen Wochenstunden. Diesen Wert multiplizierst du mit der Zahl der Überstunden und schlägst einen vereinbarten Zuschlag auf. Das Ergebnis ist der Bruttobetrag, der mit der nächsten Gehaltsabrechnung ausgezahlt wird.

Die Formel mit 13 Wochen pro Quartal ist genauer als die verbreitete Abkürzung mit 4,33 Wochen pro Monat, führt aber fast zum selben Ergebnis. Manche Tarifverträge rechnen mit festen Teilern, etwa 1/167 oder 1/174 des Monatsgehalts. Steht in deinem Vertrag ein solcher Teiler, gilt dieser. Deinen allgemeinen Stundenlohn kannst du auch mit dem Stundenlohnrechner prüfen.

Mindestlohn-Check: Seit 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro pro Stunde. Rechnest du deine tatsächlich geleisteten Stunden inklusive Überstunden gegen dein Gehalt und landest darunter, sind unbezahlte Überstunden rechtlich problematisch.

Wie werden ausgezahlte Überstunden versteuert?

Ausgezahlte Überstunden sind ganz normaler Arbeitslohn und werden voll versteuert und verbeitragt. Bei einer einmaligen Auszahlung behandelt der Arbeitgeber sie als sonstigen Bezug: Die Lohnsteuer wird über den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn berechnet. Weil der Betrag oben auf dein Gehalt kommt, gilt dein Grenzsteuersatz, nicht dein Durchschnittssteuersatz.

Deshalb wirken die Abzüge oft überraschend hoch. Zum Grenzsteuersatz von rund 30 bis 35 Prozent bei mittleren Einkommen kommen etwa 21 Prozent Sozialabgaben. Liegt dein Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung von 5.812,50 Euro im Monat, fallen auf die Überstunden dort keine Beiträge mehr an. Dafür steigt der Steuersatz.

Gut zu wissen: Ein Teil der einbehaltenen Lohnsteuer kommt manchmal über die Steuererklärung zurück, etwa wenn du Werbungskosten über dem Pauschbetrag hast. Die Sozialabgaben bleiben dagegen endgültig.

Ist die Auszahlung von Überstunden steuerfrei?

Nein. Stand November 2026 sind weder die Überstundenvergütung noch Überstundenzuschläge in Deutschland steuerfrei. Die Bundesregierung plant, Zuschläge für Mehrarbeit über eine tarifliche oder an Tarifverträgen orientierte Vollzeit hinaus von der Steuer zu befreien. Das Gesetz ist aber noch nicht in Kraft, und die Grundvergütung der Stunde bliebe ohnehin steuerpflichtig.

Steuerfrei sind schon heute nach § 3b EStG Zuschläge für tatsächlich geleistete Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit, etwa 25 Prozent für Nachtarbeit oder 50 Prozent für Sonntagsarbeit. Fällt eine Überstunde in diese Zeiten, kann dieser Zuschlag steuerfrei bleiben. Reine Mehrarbeitszuschläge an normalen Werktagen gehören nicht dazu.

Habe ich Anspruch auf Bezahlung meiner Überstunden?

Ein Anspruch besteht, wenn die Überstunden angeordnet, gebilligt oder geduldet wurden und eine Vergütung zu erwarten ist. Steht im Vertrag nichts, gilt § 612 BGB: Arbeit, die nur gegen Bezahlung zu erwarten ist, muss vergütet werden. Klauseln wie "Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten" sind ohne konkrete Stundenzahl meist unwirksam.

Anders ist es bei Spitzenverdienern oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Bei ihnen verneinen Gerichte häufig eine Vergütungserwartung. Den Nachweis musst du in der Regel selbst führen. Weil Arbeitgeber die Arbeitszeit seit dem Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts von 2022 erfassen müssen, wird das leichter. Führe trotzdem eigene Aufzeichnungen.

Ausschlussfristen beachten: Viele Arbeits- und Tarifverträge enthalten Fristen von drei Monaten, innerhalb derer Ansprüche schriftlich geltend gemacht werden müssen. Sonst verfallen sie, lange vor der gesetzlichen Verjährung von drei Jahren.

Wie Überstunden am besten auszahlen lassen oder abbauen?

Finanziell ist der Freizeitausgleich meist die bessere Wahl: Eine abgebaute Überstunde ist eine voll bezahlte Stunde Freizeit, auf die keine zusätzlichen Abgaben entstehen. Die Auszahlung lohnt sich vor allem mit Zuschlag, bei einem niedrigen Grenzsteuersatz oder wenn du die Freizeit ohnehin nicht nehmen kannst, etwa vor einem Jobwechsel.

Ob du wählen darfst, entscheidet dein Vertrag. Fehlt eine Regelung, kann der Arbeitgeber in der Regel bestimmen, ob er ausgleicht oder auszahlt. Bei Ende des Arbeitsverhältnisses muss ein Plus auf dem Arbeitszeitkonto ausgezahlt werden. Mit dem Arbeitszeitrechner und dem Industrieminuten-Rechner rechnest du deine Stunden sauber zusammen.

Wie viele Überstunden sind erlaubt?

Das Arbeitszeitgesetz erlaubt werktäglich acht Stunden. Auf bis zu zehn Stunden darf verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden pro Werktag nicht überschritten werden. Bei sechs Werktagen ergibt das höchstens 48 Stunden pro Woche im Schnitt, kurzfristig bis zu 60 Stunden.

Nach Arbeitsende muss eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden folgen. Für Jugendliche, Schwangere und in einigen Branchen gelten strengere Regeln. Zur Ableistung von Überstunden verpflichtet bist du nur, wenn Vertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung das vorsehen, oder in echten Notfällen.

Mehr verdienen, ohne immer mehr Stunden zu machen

Überstunden bringen netto oft weniger, als man denkt, und kosten Lebenszeit. Manche bauen sich deshalb lieber nebenher etwas Eigenes auf, zum Beispiel im Direktvertrieb. Das ist kein schneller Weg zu Geld: Die meisten verdienen dort anfangs wenig und brauchen Ausdauer. Wie ein ehrlicher Start aussieht, erkläre ich im kostenlosen Newsletter.

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Häufige Fragen

Teile dein Monatsgehalt mal drei durch 13 Wochen und durch deine Wochenstunden. Das ist dein Stundenlohn. Multipliziere ihn mit der Zahl der Überstunden und rechne einen vereinbarten Zuschlag dazu. Bei 3.500 Euro, 40 Stunden und 20 Überstunden ohne Zuschlag sind das rund 404 Euro brutto.

Auf ausgezahlte Überstunden fallen Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer und rund 21 Prozent Sozialabgaben an. Weil der Betrag zum Gehalt hinzukommt, gilt dein Grenzsteuersatz. Bei mittleren Einkommen bleiben deshalb oft nur etwa 53 bis 57 Prozent der Bruttovergütung netto übrig.

Nein. Stand November 2026 gibt es in Deutschland keine allgemeine Steuerbefreiung für Überstunden oder Überstundenzuschläge. Eine Steuerbefreiung für Mehrarbeitszuschläge ist geplant, aber noch nicht in Kraft. Steuerfrei sind nur Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit nach § 3b EStG.

Nein. Ein Zuschlag steht dir nur zu, wenn er im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt ist. Gesetzlich geschuldet ist nur die normale Vergütung der zusätzlichen Arbeitszeit, sofern Überstunden nicht wirksam mit dem Gehalt abgegolten sind.

Er kann statt einer Auszahlung Freizeitausgleich anordnen, wenn der Vertrag nichts anderes regelt. Eine Vergütung ganz verweigern darf er bei angeordneten oder geduldeten Überstunden in der Regel nicht. Bei Ende des Arbeitsverhältnisses muss ein Zeitguthaben ausgezahlt werden.

Ja, wird ein Zeitguthaben auf einen Schlag ausgezahlt, gilt es lohnsteuerlich als sonstiger Bezug. Die Lohnsteuer wird dann über den Jahresarbeitslohn berechnet, was meist etwas günstiger ist, als wenn der Betrag als laufender Monatslohn versteuert würde.

Gesetzlich nach drei Jahren, gerechnet ab Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Viele Verträge enthalten aber Ausschlussfristen von meist drei Monaten. Wer seine Überstunden nicht rechtzeitig schriftlich geltend macht, verliert den Anspruch dann deutlich früher.

Quellen

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