Urlaubsanspruch berechnen

Wie viele Urlaubstage stehen dir zu, wenn du Teilzeit arbeitest, mitten im Jahr anfängst oder kündigst? Der Rechner wendet die Regeln des Bundesurlaubsgesetzes an und zeigt dir auch, was offene Tage beim Ausscheiden wert sind.

🏖️ Urlaubsanspruch-Rechner 2026

Urlaubstage laut Vertrag und deine Arbeitstage eingeben. Eintritt und Austritt sind optional.

✔ Bundesurlaubsgesetz in der geltenden Fassung · Letzte Prüfung: 6. November 2026

Erweiterte Optionen - Urlaubsjahr und Wert der Urlaubsabgeltung

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Gesetzlicher Mindesturlaub: 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche, das sind 20 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche, also vier volle Wochen.
  • Teilzeit: Urlaubstage × eigene Arbeitstage ÷ Arbeitstage bei Vollzeit. Die Zahl der freien Wochen bleibt gleich.
  • Zwölftelung: Pro vollem Beschäftigungsmonat 1/12 des Jahresurlaubs, wenn du im ersten Jahr nach dem 30. Juni anfängst oder in der ersten Jahreshälfte ausscheidest.
  • Kündigung in der zweiten Jahreshälfte: Nach erfüllter Wartezeit steht dir der volle gesetzliche Mindesturlaub zu.
  • Nicht genommener Urlaub wird beim Ausscheiden in Geld abgegolten.

Was ist der gesetzliche Urlaubsanspruch?

Nach § 3 Bundesurlaubsgesetz hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens 24 Werktage bezahlten Urlaub im Jahr. Das Gesetz zählt dabei sechs Werktage pro Woche, Montag bis Samstag. Bei der heute üblichen 5-Tage-Woche entspricht das 20 Arbeitstagen, also vier Wochen Urlaub. Mehr Urlaub gibt es nur über Arbeits- oder Tarifvertrag.

In der Praxis liegen viele Verträge bei 25 bis 30 Tagen. Der gesetzliche Teil und der vertragliche Mehrurlaub können dabei unterschiedlich behandelt werden, etwa beim Verfall oder beim Ausscheiden. Wichtig für den vollen Anspruch: Er entsteht erstmals nach sechs Monaten Beschäftigung, der sogenannten Wartezeit nach § 4 BUrlG.

Urlaubsanspruch bei Teilzeit berechnen

Teilzeitkräfte haben genauso viele Wochen Urlaub wie Vollzeitkräfte. Weniger Tage bekommen sie nur, wenn sie an weniger Tagen pro Woche arbeiten. Die Formel lautet: Urlaubstage bei Vollzeit mal eigene Arbeitstage pro Woche, geteilt durch die Arbeitstage bei Vollzeit.

Arbeitstage pro Wochebei 20 Tagen (gesetzlich)bei 28 Tagenbei 30 Tagen
5 Tage202830
4 Tage1622,424
3 Tage1216,818
2 Tage811,212
1 Tag45,66

Die Stundenzahl pro Tag spielt keine Rolle. Wer an fünf Tagen je vier Stunden arbeitet, hat denselben Urlaub in Tagen wie eine Vollzeitkraft. Wer dagegen an drei langen Tagen arbeitet, hat weniger Tage, aber ebenfalls volle Urlaubswochen. Arbeitest du unregelmäßig, wird über die Arbeitstage im Jahr gerechnet.

Was bedeutet Urlaubsanspruch 1/12?

1/12 bedeutet, dass du für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses ein Zwölftel deines Jahresurlaubs erhältst. Das gilt nach § 5 BUrlG in drei Fällen: wenn du die sechsmonatige Wartezeit im Kalenderjahr nicht mehr erfüllst, wenn du vor Ablauf der Wartezeit ausscheidest oder wenn du nach erfüllter Wartezeit in der ersten Jahreshälfte ausscheidest.

Gezählt werden Beschäftigungsmonate, nicht Kalendermonate. Wer am 15. März anfängt, hat am 14. April den ersten vollen Monat erreicht. Ergibt die Rechnung einen Bruchteil von mindestens einem halben Tag, wird er nach § 5 Abs. 2 BUrlG auf einen vollen Tag aufgerundet. Kleinere Bruchteile bleiben erhalten und werden nicht abgerundet.

Beispiel: 24 Tage Jahresurlaub, Eintritt am 1. August. Bis Jahresende sind das fünf volle Monate. 24 × 5 ÷ 12 = 10 Urlaubstage für das erste Jahr. Ab dem 1. Februar des Folgejahres ist die Wartezeit erfüllt, dann gilt der volle Anspruch.

Was passiert mit dem Urlaubsanspruch bei Kündigung?

Bei einer Kündigung bleibt dein Urlaubsanspruch bestehen und sollte möglichst während der Kündigungsfrist genommen werden. Scheidest du nach erfüllter Wartezeit in der zweiten Jahreshälfte aus, steht dir der volle gesetzliche Jahresurlaub zu. Bei Ausscheiden bis zum 30. Juni gilt die Zwölftelung. Was nicht mehr genommen werden kann, muss der Arbeitgeber auszahlen.

Diese Auszahlung heißt Urlaubsabgeltung (§ 7 Abs. 4 BUrlG). Ihr Wert richtet sich nach deinem durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen. Bei festem Monatsgehalt und 5-Tage-Woche wird üblicherweise mit Monatsgehalt × 3 ÷ 65 pro Urlaubstag gerechnet. Die Abgeltung ist normaler Arbeitslohn, also steuer- und sozialversicherungspflichtig. Wann dein Arbeitsverhältnis endet, zeigt der Kündigungsfristenrechner.

Vertraglicher Mehrurlaub: Viele Arbeitsverträge regeln, dass Urlaub über den gesetzlichen Mindesturlaub hinaus beim Ausscheiden nur anteilig zusteht. Das ist zulässig. Der gesetzliche Teil darf aber nicht gekürzt werden. Der Rechner zeigt dir deshalb beide Werte.

Wann verfällt der Urlaubsanspruch?

Urlaub muss grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen wird er bis zum 31. März des Folgejahres übertragen. Verfallen kann er aber nur, wenn der Arbeitgeber dich vorher konkret auf deinen Resturlaub und den drohenden Verfall hingewiesen hat. Ohne diesen Hinweis bleibt der Anspruch bestehen.

Bei langer Krankheit gilt eine Sonderregel: Der gesetzliche Mindesturlaub verfällt nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts erst 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres. Wer also 2026 durchgehend krank war, kann den Urlaub für 2026 bis Ende März 2028 nehmen oder sich bei Ausscheiden abgelten lassen.

Wie viel Urlaubsanspruch bei Minijob, Elternzeit und Schwerbehinderung?

Minijob: Minijobber haben dieselben Urlaubsrechte wie alle anderen Arbeitnehmer. Wer an zwei festen Tagen pro Woche arbeitet, hat gesetzlich mindestens acht Urlaubstage im Jahr, bei vertraglich 30 Tagen für Vollzeit entsprechend zwölf. Wie sich dein Minijob abrechnet, zeigt der Minijob-Rechner.

Elternzeit: Der Arbeitgeber darf den Urlaub nach § 17 BEEG für jeden vollen Kalendermonat Elternzeit um ein Zwölftel kürzen. Er muss das aber erklären. Arbeitest du während der Elternzeit in Teilzeit beim selben Arbeitgeber, entfällt die Kürzung.

Mutterschutz: Zeiten von Beschäftigungsverboten und Mutterschutz gelten als Beschäftigungszeit. Der Urlaub darf dafür nicht gekürzt werden.

Schwerbehinderung: Schwerbehinderte Menschen haben nach § 208 SGB IX Anspruch auf fünf zusätzliche Arbeitstage Urlaub bei einer 5-Tage-Woche.

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Häufige Fragen

Gesetzlich stehen dir mindestens 24 Werktage pro Jahr zu, gerechnet auf eine 6-Tage-Woche. Bei einer 5-Tage-Woche sind das 20 Arbeitstage, also vier Wochen. Mehr Urlaub ergibt sich nur aus deinem Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung.

Teile die Urlaubstage für Vollzeit durch die Arbeitstage einer Vollzeitwoche und multipliziere mit deinen eigenen Arbeitstagen pro Woche. Bei 30 Tagen Urlaub und drei Arbeitstagen pro Woche sind das 30 ÷ 5 × 3 = 18 Urlaubstage. Die Zahl der freien Wochen bleibt gleich.

Für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses entsteht ein Zwölftel des Jahresurlaubs. Diese Zwölftelung gilt, wenn du im Kalenderjahr die sechsmonatige Wartezeit nicht erfüllst, vor ihrem Ablauf ausscheidest oder nach erfüllter Wartezeit in der ersten Jahreshälfte ausscheidest.

Bestand das Arbeitsverhältnis zu Jahresbeginn schon mindestens sechs Monate, steht dir bei Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte der volle gesetzliche Mindesturlaub zu. Vertraglicher Mehrurlaub kann je nach Arbeitsvertrag anteilig gekürzt werden, also auf neun Zwölftel.

Ja, aber nur wenn das Arbeitsverhältnis endet und der Urlaub bis dahin nicht mehr genommen werden kann. Dann besteht ein Anspruch auf Urlaubsabgeltung nach § 7 Abs. 4 BUrlG. Während eines laufenden Arbeitsverhältnisses ist eine Auszahlung des gesetzlichen Mindesturlaubs nicht zulässig.

Grundsätzlich am 31. Dezember, bei Übertragung am 31. März des Folgejahres. Er verfällt aber nur, wenn der Arbeitgeber dich rechtzeitig auf den Resturlaub und den drohenden Verfall hingewiesen hat. Bei langer Krankheit verfällt der gesetzliche Urlaub erst 15 Monate nach Ende des Urlaubsjahres.

Ja. Minijobber sind Arbeitnehmer mit denselben Urlaubsrechten. Der Anspruch richtet sich nach den Arbeitstagen pro Woche: Wer an zwei Tagen arbeitet, hat gesetzlich mindestens acht bezahlte Urlaubstage im Jahr.

Quellen

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