Finom Geschäftskonto Test & Erfahrungen 2026

Inhaltsverzeichnis

Finom Geschäftskonto Test & Erfahrungen 2026

Kurzfazit vorab: Das Wichtigste zu Finom in 60 Sekunden

  • Finom ist ein niederländisches E-Geld-Institut (EMI), keine Bank – arbeitet seit 2025 unter eigener Lizenz statt über Solaris SE
  • Fünf Tarifmodelle: von kostenlos (Solo) bis über 200 € monatlich (Grow) – Preise variieren je nach Funktionsumfang
  • Zielgruppe: Freiberufler, Solo-Selbstständige, kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien, Spanien
  • Stärken: moderne App, Rechnungserstellung, Belegverwaltung, Cashback bis 3 %, schnelle Kontoeröffnung ohne Schufa
  • Schwächen: keine gesetzliche Einlagensicherung (stattdessen Safeguarding), keine Bargeldeinzahlung, Migration 2025 mit technischen Problemen
  • Nutzererfahrungen gemischt: mehrere tausend Bewertungen auf verschiedenen Plattformen – positive Stimmen zur Bedienung, kritische Berichte zu Kontosperren und Support
  • Buchhaltung: Integrationen zu SevDesk, Lexoffice, DATEV – ersetzt aber keine vollwertige Buchhaltungssoftware
  • Nicht geeignet für: bargeldintensive Betriebe, Unternehmen mit komplexen Strukturen, wer klassische Banksicherheit (DGS-Einlagensicherung) benötigt

Stand der Informationen: Januar 2026

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Was ist Finom? Einordnung & Hintergrund

Finom ist eine digitale Finanzplattform für Geschäftskunden aus den Niederlanden, die Banking, Rechnungserstellung und Ausgabenmanagement in einer Oberfläche kombiniert. Das Unternehmen wurde 2019 in Amsterdam gegründet und ist seit Oktober 2020 auf dem deutschen Markt aktiv.

Was genau bietet Finom an?

Finom bietet ein Geschäftskonto mit deutscher IBAN, ergänzt durch Funktionen zur Rechnungserstellung, Belegverwaltung und Team-Ausgabenmanagement. Die Plattform richtet sich an Freiberufler, Selbstständige und KMU, die ihre Finanzprozesse digital abwickeln möchten. Zum Leistungsumfang gehören SEPA-Überweisungen, virtuelle und physische Visa-Debitkarten, Unterkonten (bei Finom „Wallets" genannt) sowie Integrationen zu gängigen Buchhaltungstools wie SevDesk, Lexoffice und DATEV.

Im Gegensatz zu reinen Banking-Apps positioniert sich Finom als Komplettlösung: Du kannst Rechnungen direkt in der App erstellen, Belege per Foto erfassen und automatisch Transaktionen zuordnen lassen. Für Selbstständige im Direktvertrieb kann das besonders praktisch sein, da sich Provisionsabrechnungen und Ausgaben für Vertriebsmaterialien strukturiert verwalten lassen.

Ist Finom eine Bank?

Nein, Finom ist keine Bank im klassischen Sinne. Finom operiert als Electronic Money Institution (EMI) über die Lizenz der niederländischen Zentralbank (De Nederlandsche Bank, DNB). Bis Anfang 2025 arbeitete Finom mit der Solaris SE zusammen, einer deutschen Vollbank mit Banklizenz. Diese Partnerschaft wurde beendet – neue Kunden erhalten seitdem Konten direkt über Finom Payments B.V. unter der eigenen EMI-Lizenz.

Der praktische Unterschied: Als EMI unterliegt Finom nicht der gesetzlichen Einlagensicherung (bis 100.000 € pro Kunde), die für Banken nach dem Einlagensicherungsgesetz gilt. Stattdessen werden Kundengelder nach dem Prinzip des „Safeguarding" getrennt vom eigenen Betriebsvermögen bei europäischen Partnerbanken (unter anderem BNP Paribas) verwahrt. Im Falle einer Insolvenz von Finom gehören diese Gelder nicht zur Insolvenzmasse – die Rückforderung folgt jedoch anderen Prozessen als bei der klassischen Einlagensicherung.

Begriffserklärung: Was ist ein EMI?

Ein Electronic Money Institution (E-Geld-Institut) darf elektronisches Geld ausgeben und Zahlungsdienste anbieten, aber keine Kredite vergeben. EMIs unterliegen einer eigenen EU-Regulierung, die andere Anforderungen stellt als die für Vollbanken. Sie bieten oft schnellere Innovation und digitale Prozesse, haben aber andere Sicherungsmechanismen für Kundengelder (Safeguarding statt Einlagensicherung).

In welchen Ländern ist Finom verfügbar?

Finom bietet Geschäftskonten für Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien und Spanien an. In Polen ist derzeit nur das Rechnungsstellungs-Tool verfügbar. Für alle anderen EEA-Länder können Freelancer und Unternehmen individuelle Corporate-Tarife anfragen. Der gesetzliche Vertreter und die wirtschaftlich Berechtigten müssen einen gültigen Wohnsitz in einem der genannten Länder besitzen, unabhängig davon, wo der Ausweis ausgestellt wurde.

Finom Geschäftskonto im Detail: Funktionen & Praxis

Finom kombiniert klassische Banking-Funktionen mit digitalen Workflow-Tools. Die Kernfrage für Dich: Welche Funktionen sind im Alltag wirklich nutzbar – und wo liegen die Grenzen?

Konto & Dashboard

Das Finom-Dashboard zeigt alle Kontobewegungen in Echtzeit an. Du erhältst Push-Benachrichtigungen bei jeder Transaktion und kannst mehrere Unterkonten (Wallets) anlegen, um Einnahmen und Ausgaben zu kategorisieren. Die Anzahl der inkludierten Wallets variiert nach Tarif: Solo-Nutzer erhalten ein Wallet, höhere Tarife bieten bis zu 100 Unterkonten.

Ein praktisches Feature ist das Multibanking: Du kannst Konten anderer Banken in der Finom-App verknüpfen und so alle Finanzen an einem Ort überwachen. Die Oberfläche ist übersichtlich gestaltet, wirkt an manchen Stellen jedoch etwas überladen – gerade bei der ersten Einrichtung solltest Du Dir Zeit nehmen, um Dich mit den verschiedenen Menüpunkten vertraut zu machen.

Finom Geschäftskonto Dashboard mit Wallets und Übersicht der Kontobewegungen

Übersichtliches Dashboard mit Wallet-Funktionen und Echtzeit-Transaktionsübersicht bei Finom

Zahlungsverkehr

SEPA-Überweisungen und Lastschriften sind in allen Tarifen enthalten. Die Anzahl der kostenlosen Transaktionen variiert: Im Solo-Tarif sind 50 ausgehende SEPA-Überweisungen pro Monat inklusive, bei höheren Tarifen deutlich mehr oder sogar unbegrenzt bis zu bestimmten Volumengrenzen. Überschreitest Du diese Limits, können Gebühren anfallen.

SEPA Instant-Überweisungen sind verfügbar, internationale Zahlungen in über 150 Länder und 20+ Währungen ebenfalls möglich. Der Wechselkurs liegt bei Interbank +0,5 %, was transparent und vergleichsweise fair ist. Laut Finom erreichen die meisten internationalen Zahlungen den Empfänger innerhalb eines Arbeitstags.

Was fehlt: Bargeldeinzahlungen sind nicht möglich. Für Direktvertriebe, die gelegentlich Bareinnahmen verbuchen, ist das ein Ausschlusskriterium als primäres Konto.

Karten (physisch & virtuell)

Jeder Tarif beinhaltet Visa-Debitkarten – sowohl physisch als auch virtuell. Im Solo-Tarif erhältst Du eine virtuelle Karte kostenlos, eine physische Karte kann gegen monatliche Gebühr (bei Nichtnutzung) hinzugebucht werden. In den höheren Tarifen sind mehrere physische Karten inklusive.

Virtuelle Karten lassen sich in Sekundenschnelle generieren und eignen sich für Online-Zahlungen oder Apple Pay/Google Pay. Pro Nutzer sind maximal 10 Karten möglich. Ein Highlight: Cashback-Funktion – je nach Tarif erhältst Du bis zu 3 % Rückvergütung auf Kartenzahlungen, wobei monatliche Obergrenzen gelten.

Bargeldabhebungen sind gestaffelt gebührenpflichtig. Die genauen Konditionen variieren nach Tarif und Betragshöhe. Das Tageslimit und die maximale Anzahl an Abhebungen sind ebenfalls tarifabhängig.

Team- & Multi-User-Funktionen

Finom erlaubt die Zusammenarbeit im Team: Du kannst Mitarbeiter einladen, Rollen zuweisen und individuelle Zugangsrechte definieren. Die Anzahl der Nutzer steigt mit dem Tarif: von einem Nutzer im Solo-Modell bis zu unbegrenzten Nutzern in den höchsten Tarifen. Jedes Teammitglied kann eigene Karten erhalten und auf bestimmte Wallets zugreifen.

Für Buchhalter oder Steuerberater gibt es einen dedizierten Accountant-Zugang mit Leserechten, aber ohne Transaktionsbefugnis. Das erleichtert die Zusammenarbeit und vermeidet unnötige Rückfragen zu einzelnen Buchungen.

Buchhaltung & Steuer: Wie gut ist Finom wirklich?

Finom positioniert sich als „Banking plus Buchhaltung" – doch ersetzt die Plattform tatsächlich eine vollwertige Buchhaltungssoftware? Die ehrliche Antwort: Nein.

Rechnungserstellung mit Finom

Das Rechnungstool ist eine der stärksten Funktionen: Du kannst innerhalb von 60 Sekunden eine professionelle Rechnung erstellen, individuell anpassen (Logo, Farben, Fußzeilen) und per Link oder E-Mail versenden. Automatische Zahlungserinnerungen werden verschickt, falls Kunden nicht pünktlich zahlen.

Seit 2026 ist auch die Erstellung von E-Rechnungen nach aktuellen Vorschriften möglich – ein wichtiger Punkt für B2B-Geschäfte. Rechnungen lassen sich in mehreren Sprachen generieren. Die Funktion ist intuitiv, aber nicht so umfangreich wie spezialisierte Tools.

Professionelle Rechnungserstellung und Buchhaltung direkt in der Finom-App

Belegverwaltung & Ausgaben

Du kannst Belege per Foto oder Upload erfassen. Finom nutzt OCR-Texterkennung, um Daten wie Betrag, Datum und Händler automatisch auszulesen und der passenden Transaktion zuzuordnen. Das funktioniert in der Praxis unterschiedlich gut – bei handschriftlichen oder unscharfen Belegen ist oft manuelle Nacharbeit nötig.

Alle Belege und Rechnungen werden digital archiviert und lassen sich nach Kategorien filtern oder als CSV/PDF exportieren. Für die Umsatzsteuervoranmeldung oder den Jahresabschluss reicht das jedoch nicht aus – dafür brauchst Du zusätzliche Software.

Zusammenarbeit mit Steuerberater (inkl. DATEV-Einordnung)

Finom bietet Schnittstellen zu gängigen Buchhaltungstools: SevDesk wird häufig positiv hervorgehoben, Lexoffice und DATEV Unternehmen online sind ebenfalls anbindbar. Die Synchronisation funktioniert meist über CSV-Exporte oder API-Integration.

Wichtig: Eine DATEV-Schnittstelle bedeutet nicht, dass Finom selbst DATEV ist. Die Daten müssen exportiert und in die DATEV-Umgebung Deines Steuerberaters importiert werden. Bei der Migration auf Finom X (2025) gab es vereinzelt Berichte über unterbrochene Integrationen – wenn Du auf nahtlose Automatisierung angewiesen bist, solltest Du vorab klären, ob Deine spezifische Integration unterstützt wird.

Was Finom nicht ersetzt

Finom bereitet Deine Buchhaltung vor, ersetzt sie aber nicht. Es fehlen:

  • Automatische Umsatzsteuervoranmeldung (USt-VA)
  • Bilanzierung und Jahresabschluss
  • Vollständige GoBD-konforme Archivierung
  • Lohnbuchhaltung für Mitarbeiter

Für einfache Freelancer-Setups kann Finom + SevDesk ausreichen. Sobald Dein Unternehmen wächst oder komplexere Anforderungen hat, bleibt eine eigenständige Buchhaltungslösung oder ein Steuerberater unverzichtbar.

Kosten & Gebühren bei Finom (Stand 2026)

Die Preisstruktur von Finom ist gestaffelt – von kostenlos bis zu mehreren hundert Euro monatlich. Entscheidend ist, welche Funktionen Du tatsächlich brauchst.

Hinweis: Die folgenden Preisinformationen basieren auf dem Stand Januar 2026 und können sich ändern. Aktuelle Konditionen bitte direkt auf finom.co prüfen*.

Kontomodelle im Überblick

Tarif Monatspreis (ca., bei jährlicher Zahlung) Nutzer Cashback Besonderheiten
Solo 0 € 1 0,1 % 50 SEPA-Überweisungen/Monat
Start/Basic ab ca. 17 € 2 2 % Erweiterte Transaktionen
Premium/Smart ab ca. 40 € 5 3 % Mehr Funktionen für Teams
Corporate/Pro ab ca. 119 € 10 3 % Umfangreiche Business-Features
Grow ab ca. 249 € unbegrenzt 3 % Premium-Support, unbegrenzte Funktionen

Alle Preise verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer. Bei monatlicher Zahlung fallen die Preise höher aus. Neue Kunden können Tarife oft 30 Tage kostenlos testen.

Laufende Kosten & Gebühren

Zusätzlich zu den Grundgebühren können weitere Kosten anfallen, unter anderem:

  • Bargeldabhebungen: gestaffelt nach Betragshöhe
  • Fremdwährungsgebühr: je nach Tarif unterschiedlich
  • Internationale SWIFT-Überweisungen: Gebühren variieren nach Tarif
  • Inaktive Karten: monatliche Gebühr bei Nichtnutzung
  • Zusätzliche Wallets/Nutzer: je nach Tarif zubuchbar

Gibt es versteckte Kosten?

Finom ist grundsätzlich transparent bei der Preisdarstellung. Allerdings haben sich die Konditionen in der Vergangenheit mehrfach geändert. Ein Kritikpunkt in Nutzerbewertungen: einseitige AGB-Änderungen, teils zu Lasten der Kunden. Ursprünglich beworbene kostenlose Funktionen wurden später kostenpflichtig oder mit Limits versehen.

Aktuell gilt: Bei höheren monatlichen SEPA-Volumina können prozentuale Gebühren anfallen – das solltest Du bei hohen Umsätzen einkalkulieren. Auch die Migration auf Finom X brachte für Bestandskunden teilweise neue IBANs und Anpassungen im Tarifmodell mit sich.

Finom Geschäftskonto: Vorteile & Nachteile im Überblick

Nach intensiver Recherche und Auswertung von Nutzererfahrungen ergibt sich folgendes Bild:

Vorteile:

  • Kostenloser Tarif für Solo-Selbstständige verfügbar
  • Moderne, mobile-first App mit Echtzeit-Benachrichtigungen
  • Integrierte Rechnungserstellung und Belegverwaltung in einer Plattform
  • Cashback-Funktion auf Kartenzahlungen (je nach Tarif)
  • Schnelle Kontoeröffnung ohne Schufa-Prüfung
  • Multibanking: Konten anderer Banken einbindbar
  • Deutsche IBAN in allen Tarifen
  • Gute Integrationen zu SevDesk, Lexoffice, DATEV

Nachteile:

  • Kein Einlagenschutz nach DGS – stattdessen Safeguarding (EMI-Standard)
  • Keine Bargeldeinzahlung möglich
  • Migration auf Finom X (2025) mit technischen Problemen bei einigen Nutzern
  • Wiederkehrende Berichte über Kontosperren mit intransparenter Kommunikation
  • Support seit Migration teilweise mit längeren Wartezeiten
  • Häufige AGB-Änderungen und Preisanpassungen in der Vergangenheit
  • Bargeldabhebungen mit gestaffelten Gebühren
  • Buchhaltung nur Vorbereitung, keine vollwertige Lösung

Die Bewertung hängt stark von Deinem Nutzungsprofil ab: Für digitale Freiberufler mit überschaubaren Transaktionen kann Finom Solo eine solide, kostenlose Wahl sein. Für bargeldintensive Betriebe oder bei Bedarf an klassischer Banksicherheit (DGS) gibt es Alternativen.

Externe Erfahrungen & Bewertungen zu Finom

Externe Bewertungen zeichnen ein differenziertes Bild. Während frühe Nutzer oft zufrieden waren, häufen sich seit der Finom-X-Migration kritische Stimmen.

Nutzererfahrungen im Überblick (Trustpilot, Finanzfluss, Foren)

Auf verschiedenen Bewertungsplattformen zeigt sich ein gemischtes Bild. Auf Trustpilot erreicht Finom eine insgesamt hohe Bewertung mit mehreren tausend Kundenstimmen (Stand Anfang 2026). Auf Finanzfluss fällt die Bewertung gemischter aus: Etwa die Hälfte der Stimmen ist positiv, rund ein Drittel negativ (Stand Anfang 2026).

Nutzerstimmen zeigen folgendes Muster: Während viele die schnelle Kontoeröffnung, intuitive Bedienung und praktische Cashback-Funktion loben, kritisieren andere Kontosperrungen ohne klare Begründung, verzögerte Support-Antworten sowie Probleme mit Überweisungen und Lastschriften nach der Migration. Auffällig ist, dass Bewertungen seit Mitte 2025 kritischer ausfallen als zuvor – zeitlich parallel zur Finom-X-Umstellung.

In deutschsprachigen Foren und auf Reddit wird Finom im Zusammenhang mit der Migration diskutiert. Nutzer berichten von Umstellung auf neue IBANs mit Übergangsfrist, gelegentlicher Ablehnung neuer Finom-IBANs durch manche Geschäftspartner und Schwierigkeiten bei der Neuzuordnung von Lastschriftmandaten. Die Häufung dieser Berichte deutet auf strukturelle Herausforderungen während der Umstellung hin.

Kontosperrungen & Ablehnungen – was ist dran?

Es gibt wiederholt Berichte über kurzfristige Kontosperrungen oder Kündigungen im Rahmen von Geldwäsche-Prüfungen (AML/KYC). Wichtig: Solche Compliance-Checks sind bei allen Fintechs und Banken Standard – nicht nur bei Finom.

Das Problem liegt weniger in den Prüfungen selbst als in der Kommunikation: Nutzer berichten von längeren Prüfzeiträumen ohne klare Rückmeldung, welche Dokumente fehlen oder was konkret beanstandet wurde. Für Solo-Selbstständige kann das zum Liquiditätsrisiko werden, wenn Gelder vorübergehend eingefroren sind.

Im Vergleich zu anderen Fintechs wie N26, Revolut oder Qonto zeigt sich bei Finom die Kombination aus Migration, technischen Problemen und eingeschränktem Support als besonders herausfordernd. Wer auf ein Geschäftskonto als einzige Finanzquelle angewiesen ist, sollte ein Backup-Konto führen.

Typische Kritikpunkte – sachlich eingeordnet

Kritikpunkt Einordnung
Kontosperren ohne Begründung Compliance-Prüfungen sind branchenüblich. Problem ist die intransparente Kommunikation.
Support-Qualität Seit Migration berichten Nutzer häufiger von automatisierten Antworten – besonders bei kostenlosen Tarifen.
App-Abstürze und Bugs Häufung nach Finom-X-Umstellung, scheint sich aber zu stabilisieren.
Preisänderungen Mehrfach vorgekommen, aber rechtlich zulässig. Nutzer sollten AGBs beobachten.
Fehlende Einlagensicherung Strukturbedingt bei EMIs. Safeguarding folgt anderen Regeln als DGS.

Finom vs. Alternativen (Vergleich 2026)

Wie schneidet Finom im Vergleich zu anderen Geschäftskonto-Anbietern ab?

Kriterium Finom N26 Business Qonto Kontist
Preislogik 0–249 €/Monat (5 Tarife) 0–17 €/Monat 9–49 €/Monat 0–16 €/Monat
Regulierung EMI (Safeguarding) Vollbank (DGS bis 100.000 €) EMI (Safeguarding) EMI (Safeguarding)
Rechnungstool Ja, integriert Nein Ja, integriert Ja, integriert
Cashback Ja (bis 3 %) Ja (0,5 % Metal) Nein Nein
Team-Management Ja (2–unbegrenzt Nutzer) Nein Ja (sehr gut) Eingeschränkt
Support Gemischt (Chat, E-Mail) Gemischt Gut (höhere Tarife) Gut
Geeignet für Freelancer, KMU digital Mobile Freelancer KMU, Teams Freelancer (Steuer-Fokus)
Vergleich Finom mit anderen Geschäftskonten wie N26 Business, Qonto und Kontist

Finom im direkten Vergleich mit etablierten Fintech-Geschäftskonten und klassischen Banken

Finom vs. N26 Business: N26 punktet mit Vollbanklizenz und gesetzlicher Einlagensicherung, bietet aber weniger Business-Features. Finom ist funktionsreicher, unterliegt aber EMI-Regulierung.

Finom vs. Qonto: Qonto ist in höheren Tarifen teurer, aber professioneller im Team-Management und stabiler im Support. Für größere KMU oft die bevorzugte Wahl.

Finom vs. Kontist: Kontist fokussiert sich auf Steuer-Features (Rücklagenbildung), Finom auf Cashback und Rechnungen. Kontist ist speziell für deutsche Freelancer optimiert.

Für wen ist Finom geeignet – und für wen nicht?

Gut geeignet für:

  • Solo-Selbstständige und Freiberufler mit überschaubarem Transaktionsvolumen
  • Digitale Dienstleister ohne Bargeschäft (IT, Beratung, Design)
  • Teams, die Ausgaben strukturiert verwalten wollen
  • Nutzer, die Cashback-Vorteile mitnehmen möchten
  • Unternehmen, die mit EMI-Struktur und Safeguarding arbeiten können

Weniger geeignet für:

  • Bargeldintensive Betriebe (Gastronomie, Einzelhandel)
  • Unternehmen mit komplexen Holding-Strukturen
  • Wer gesetzliche Einlagensicherung (DGS) benötigt
  • Nutzer, die persönlichen Telefon-Support erwarten
  • Unternehmen, die auf unterbrechungsfreie Integrationen angewiesen sind

Für alle, die im Direktvertrieb tätig sind und ihre Provisionen und Ausgaben professionell verwalten wollen, kann Finom eine praktische Ergänzung sein – sollte aber nicht das einzige Konto bleiben.

Passt Finom zu Deinem Geschäftsmodell?

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Kontoeröffnung bei Finom: Schritt für Schritt

Die Kontoeröffnung bei Finom ist vollständig digital und dauert meist 10–30 Minuten.

  1. Registrierung: Besuche die Finom-Website, wähle Deinen Tarif und gib Deine E-Mail-Adresse ein.
  2. Unternehmensdaten: Trage Rechtsform, Firmennamen, Umsatzsteuer-ID und Geschäftsadresse ein.
  3. Persönliche Daten: Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten und gesetzlichen Vertretern.
  4. Legitimation: VideoIdent-Verfahren über IDnow – halte Deinen Personalausweis bereit und stelle sicher, dass Webcam und Internetverbindung stabil sind.
  5. Dokumente hochladen: Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug (bei GmbH/UG) oder Steuernummer.
  6. Prüfung: Finom prüft Deine Angaben – bei unkomplizierten Fällen ist das Konto meist innerhalb von 24 Stunden freigeschaltet.
  7. Erste Einzahlung: Lade Dein Konto per Überweisung von einem bestehenden Konto auf.

Typische Stolpersteine:

  • Unvollständige Dokumente – stelle sicher, dass alle Unterlagen aktuell und lesbar sind
  • Wohnsitz außerhalb der unterstützten Länder – Finom prüft strikt
  • Komplexe Unternehmensstrukturen – hier kann die Prüfung länger dauern oder abgelehnt werden
  • Negative Schufa ist kein Hindernis, aber unklare Geschäftsmodelle können zur Ablehnung führen

Sicherheit, Regulierung & Seriosität

Ist Finom seriös? Die wichtigsten Prüfpunkte:

Checkliste: Sicherheit bei Finom

  • Regulierung: EMI-Lizenz der niederländischen Zentralbank (DNB) – rechtlich legitim mit eigener EU-Regulierung
  • Safeguarding: Kundengelder getrennt bei BNP Paribas verwahrt – im Insolvenzfall theoretisch geschützt
  • Datenschutz: Server in der EU, DSGVO-konform
  • Verschlüsselung: 3D Secure, Passkeys, Echtzeit-Benachrichtigungen
  • AML/KYC: Geldwäsche-Prävention durch KI und manuelle Prüfungen – kann zu Kontosperren führen
  • Transparenz: Teilweise eingeschränkt bei Compliance-Entscheidungen

Finom ist ein reguliertes Finanzinstitut, aber keine klassische Bank. Die EMI-Struktur bringt regulatorische Vorteile (schnellere Innovation), aber auch andere Schutzmechanismen für Kundengelder als die gesetzliche Einlagensicherung.

Häufige Fragen zu Finom (FAQ)

Ist Finom kostenlos?

Ja, der Solo-Tarif ist dauerhaft kostenlos für Freiberufler und Solo-Selbstständige. Es fallen keine Kontoführungsgebühren an, allerdings Kosten für Bargeldabhebungen und zusätzliche Services.

Kann ich bei Finom Bargeld einzahlen?

Nein, Bargeldeinzahlungen sind bei Finom nicht möglich. Du musst Bargeld zuerst bei einer anderen Bank einzahlen und dann per Überweisung auf Dein Finom-Konto transferieren.

Welche IBAN bekomme ich bei Finom?

Seit der Finom-X-Migration erhalten alle neuen Kunden eine deutsche IBAN (DE). Bestandskunden, die noch über Solaris liefen, mussten auf neue IBANs umstellen.

Wie sicher ist mein Geld bei Finom?

Finom ist ein EMI, keine Vollbank – es gibt keine gesetzliche Einlagensicherung nach DGS. Stattdessen werden Kundengelder getrennt bei Partnerbanken verwahrt (Safeguarding gemäß EMI-Regulierung). Im Insolvenzfall von Finom sind die Gelder rechtlich geschützt, die Rückforderung folgt jedoch anderen Prozessen.

Kann ich Finom mit meiner Buchhaltungssoftware verbinden?

Ja, Finom bietet Integrationen zu SevDesk, Lexoffice, DATEV Unternehmen online und weiteren Tools. Die Qualität der Schnittstellen variiert – prüfe vorab, ob Deine spezifische Software unterstützt wird.

Wird bei Finom eine Schufa-Abfrage gemacht?

Nein, Finom führt keine Schufa-Prüfung durch. Ein negativer Schufa-Eintrag ist kein Hindernis für die Kontoeröffnung.

Kann ich mein Finom-Konto kündigen?

Ja, Du kannst Dein Konto jederzeit kündigen. Beachte, dass bei Jahresabos anteilige Erstattungen nur auf Anfrage möglich sind. Stelle sicher, dass alle offenen Transaktionen abgeschlossen sind, bevor Du kündigst.

Was passiert bei Kontosperrungen?

Finom kann Konten im Rahmen von Compliance-Prüfungen sperren. Das ist branchenüblich, aber die Kommunikation ist oft intransparent. Bei Sperrung solltest Du sofort den Support kontaktieren und alle angeforderten Dokumente bereitstellen.

Ist Finom für GmbH oder UG geeignet?

Ja, Finom unterstützt GmbH, UG, GbR und andere Rechtsformen. Nur Limited (Ltd.) wird nicht unterstützt. Für Kapitalgesellschaften eignen sich die höheren Tarife (Premium, Corporate) besser.

Quellen & Recherche-Hinweis

Dieser Artikel basiert auf umfassender Recherche aus folgenden Quellen:

  • Offizielle Finom-Website und Hilfe-Center (finom.co)
  • Bewertungsplattformen: Trustpilot, Finanzfluss, weitere Finanzportale
  • Fachportale: Finanzwissen.de, Für-Gründer.de, Onlinevergleich24.de
  • Regulatorische Informationen der De Nederlandsche Bank (DNB)
  • Finom Help Center zur Finom-X-Migration

Die Informationen wurden sorgfältig geprüft, können sich aber ändern. Preise und Konditionen solltest Du immer auf der aktuellen Finom-Website verifizieren. Stand der Recherche: Januar 2026.

Transparenz-Hinweis

Hinweis zur Transparenz: Die mit * gekennzeichneten Links sind Empfehlungslinks. Wenn Du darüber ein Finom-Geschäftskonto eröffnest, kann eine Provision fließen. Für Dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Die redaktionelle Einordnung auf Direktvertriebs-Jobs.de bleibt davon unbeeinflusst.

Fazit: Finom als Geschäftskonto – lohnt sich das?

Finom ist eine moderne, funktionsreiche Plattform für digitale Geschäftskunden – besonders für Freiberufler und kleine Teams. Die Kombination aus Banking, Rechnungserstellung und Belegverwaltung spart Zeit, die App ist übersichtlich, und das Cashback-Modell ist ein netter Bonus.

Gleichzeitig gibt es strukturelle Besonderheiten: Die EMI-Struktur mit Safeguarding statt gesetzlicher Einlagensicherung, wiederkehrende Berichte über Kontosperren und die Herausforderungen während der Finom-X-Migration zeigen, dass Finom nicht für jedes Nutzungsprofil die optimale Wahl ist. Wer klassische Banksicherheit und persönlichen Support erwartet, findet bei N26 (Vollbanklizenz) oder Qonto (etablierter Support) möglicherweise passendere Alternativen.

Für Solo-Selbstständige im digitalen Bereich kann Finom Solo als kostenloses Zweitkonto sinnvoll sein. Als einziges Geschäftskonto solltest Du Dir jedoch ein Backup-Konto bei einer klassischen Bank oder einem anderen Anbieter sichern. Wer im Direktvertrieb tätig ist und professionelle Finanzstrukturen aufbauen will, sollte Finom bewusst testen und parallel ein Backup-Konto erwägen.

Finom im Detail prüfen*